Geld für inneres Wachstum nutzen: Sechs Fragen an Angelika Walter

Angelika Walter

Eine Frau mit ungewöhnlichem Wissen: Angelika Walter ist Mediatorin, psychologische Beraterin und bietet Seminare, Fortbildungen sowie Teamtrainings im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Mediation im gesamten deutschsprachigen Raum an. Und nicht nur das: Seit vielen Jahren ist sie aktiv in der Hospizbewegung, bildet Sterbebegleiter aus und hat schon viele Menschen in ihren letzten Stunden begleitet. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, so sagt man, und deshalb wollte ich von Angelika Walter wissen, wie sie über Geld denkt.

Wann hatten Sie zum ersten Mal im Leben eigenes Geld?
Angelika Walter: „Als Kind bekam ich 50 Pfennig geschenkt. Davon habe ich einen Becher Sahne gekauft, den ich sofort austrank. Als sechstes Kind einer Großfamilie bedeutete die Sahne für mich gleichzeitig Erfüllung und ein Gefühl von Mangel. Mit fünf Geschwistern in einem nicht abgezahlten Haus war für uns Kinder Sahne eine Ausnahme, es gab sie nur wenn Besuch da war. Sahne war und ist für mich bis heute ein Erlebnis der Sinne, egal in welcher Form. Später arbeitete ich im Sonntagsdienst in der Klinik unserer Stadt und verdiente mir damit ein Taschengeld. Die Erfüllung anderer kleiner Wünsche war für mich sehr wichtig auf meinem Weg, da ich mir selbst verdiente, was ich mir leistete.
Noch während meiner Ausbildung spürte ich den Drang, andere, neue Wege gehen zu müssen. Das Leben hatte mehr zu bieten als das bisher erlebte. Ehe, Kind, Familie konnten nicht alles gewesen sein. Nach meiner Scheidung verdiente ich als Filialleiterin mein erstes Geld und konnte endlich mich und meine Tochter selbst ernähren. Das war für mich sehr wichtig und ein gutes Gefühl. Überhaupt ist meine Arbeit der wichtigste Schritt zu mir selbst gewesen. Ich wusste, ich bewältige mein Leben allein. Ich brauche dazu nicht zwingend einen Mann. Später kam dann allerdings der Richtige in mein Leben, mit ihm konnte und kann ich Leben leben!“

Beschäftigen Sie sich gerne mit Geld?
Angelika Walter: „Ja, immer mal wieder. Weil ich weiß, dass es gut ist, das zu tun. In unserer Ehe bin ich diejenige, die mit Geld aktiv umgeht. Mir macht es auch nichts aus, wenn es mit einer Geldanlage mal schief läuft. Grundsätzlich stimme ich mich aber mit meinem Mann immer ab, wer was mit dem Geld macht. Diese Absprachen sind aus meiner Sicht ganz wichtig. Bei großen Projekten binde ich sogar unsere Kinder mit ein.“

Welchen Geldtipp würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Angelika Walter: „Jede Frau sollte sich Geld selbst erarbeiten und ihre eigenen Lösungen im Leben finden. Zu allererst sollte jede Frau aber eine Ausbildung oder ein Studium machen. Und sie sollte sich fachlich immer weiterbilden, ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und sich damit wiederum im Beruf verankern. Ich halte es auch für sehr wichtig, privat und im Beruf neue Ziele anzustreben. Jeder Mensch sollte diesbezüglich beweglich bleiben.“

Wenn Sie viel Geld hätten, was würden Sie damit machen?
Angelika Walter: „Ich hätte gerne viel Geld. Aber nicht für mich, sondern um es in den Umlauf zu bringen. Damit würde ich ein ‚Zentrum für Potentialentfaltung‘ für Menschen aller Altersgruppen gründen. Es wird dort Beratung, Fortbildung, Coaching und vieles mehr geben. Für jeden das, was er braucht. Ein Ziel ist, Menschen dabei zu helfen, die für sie passende innere Haltung im Leben zu finden. Denn alles wird leichter, wenn man mit beiden Beinen fest im Leben stehen und in schwierigen Situationen bei sich selbst bleiben kann. Ein Ziel ist, den Menschen zu zeigen, wie das Sterben gelingen kann. Im Leben können wir unser Sterben gestalten, dadurch kann unser letzter Schritt auch leichter gehen, denn wir haben das Leben genossen und die Fülle, die es uns bietet, gelebt.
Die ‚Leichtigkeit‘ ist mir dabei ganz wichtig. Wie stirbt man leichter? Indem man sich vorbereitet. Auf alles werden wir vorbereitet, nur auf das Sterben nicht und das ist mit Sicherheit die schwierigste Phase in unserem Leben. Sterben gelingt, wenn man den Glauben an sich selbst findet und spürt, wenn man weiß, was einem Sicherheit im Leben gibt. Sicherheit im Leben bedeutet Sicherheit im Sterben.“

Verwirklichen Sie Ihre Wünsche und Träume mit Hilfe von Geld?
Angelika Walter: „Ja. Den langersehnten Wunsch, ein Haus mit integrierten Büros, habe ich mir erfüllt. Wegen meiner vielen und langen Autofahrten habe ich mir ein sicheres Auto gekauft. Außerdem kann ich mir und meinem Körper Gutes tun über homöopathische Medizin und alternative Medizin. Dank meiner Ausbildungen zur psychologischen Beraterin und Mediatorin bin ich in der Lage, mir bei vielen Dingen selbst zu helfen. Für das ‚Zentrum für Potentialentfaltung‘ suche ich derzeit nach Unterstützung durch Stiftungen und Sponsoren. Dafür habe ich auch noch ein weiteres Studium begonnen. Meine Grundhaltung ist ‚Das Leben ist bunt, es liegt an Dir, was Du daraus machst‘. Das bedeutet, dass ich mich über materielle Dinge wie Geld freue und sie auch genieße, indem ich sie für mich nutze. Aber: Ich mache mich nicht davon abhängig.“

Beschäftigen sich Sterbende mit Geld?
Angelika Walter: „Nein. Aber meist die zukünftigen Erben! Und das wiederum belastet den Sterbenden. Wenn Menschen, die viel Geld haben, im Begriff sind, zu gehen, gibt ihnen das viele Geld dennoch keinen Halt im Leben.
Ich möchte aber nicht außer Acht lassen, dass es im Leben sehr beruhigend ist, Geld zu besitzen.
Doch: Auch zu Lebzeiten gibt Geld Menschen weder Vertrauen noch Zuversicht, wenn sie innerlich nicht wachsen. Den Sterbenden helfen ganz andere Dinge: Fürsorge, Wertschätzung, Dasein, aktives Zuhören oder auch miteinander lachen. Nur dadurch wächst der Glaube an sich selbst und das Vertrauen, dass das Sterben gelingt. Damit es gelingen kann, brauchen wir Bilder, die uns tragen und an denen wir uns festhalten können.“

Vielen Dank!
Übrigens: Sie möchten auch über Ihre Einstellung zu Geld nachdenken? Alle Informationen über unseren Workshop „Mein Leben, mein Geld“ finden Sie hier. Sind Sie dabei?

 

2 Gedanken zu “Geld für inneres Wachstum nutzen: Sechs Fragen an Angelika Walter

  1. Annette Moench schreibt:

    Anne, meine liebe, hab deinen anruf gestern gesehen. War am dreck kehren und bin erst spaet nach haus gekommen. Wann fliegst du heute? Melde mich, wenn ich von meinem morgen turn zurueck bin. Drueck dich. A

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