Nachhaltigkeit: Warum der grüne Weg für Ihr Geld gewinnbringend ist

Die Quadratur des Kreises: Renditestarke und zugleich nachhaltige Geldanlagen – gibt es das? Die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten, sein Geld auf nachhaltige Weise zu vermehren. Und: Es ist Zeit für eine neue Betrachtung des Begriffs „Gewinn“. Lesen Sie in diesem Artikel meine Erfahrungen auf dem Weg hin zum grünen Weg des Vermögensaufbaus.

Wenn Sie eine verantwortungsbewusste Strategie für Ihren Vermögensaufbau suchen, dann sind Sie nicht alleine: Immer mehr Menschen wollen ihr Geld nachhaltig anlegen, das zeigt z.B. das „Forum Nachhaltige Geldanlage“. Demnach verzeichneten nachhaltige Banken mit Sitz in Deutschland im Jahr 2010 ein Volumen von 19,1 Milliarden Euro an Kundeneinlagen. 2014 waren es 28,7 Milliarden Euro und 2017 bereits mehr als 35,6 Milliarden Euro. Der Wunsch ist also groß, den Unternehmen das Geld zu geben, die auf die Umwelt achten und die soziale Fragen auf eine neue Art und Weise beantworten.

Aber denken Sie auch, dass nachhaltige Geldanlagen eine Gewinn-Sackgasse sind? Da kann ich Sie überraschen: Es tut sich unglaublich viel in diesen Monaten! Nur zwei Beispiele:

  • Immer mehr Unternehmen setzen sich ehrgeizige nachhaltige Ziele, so z.B. der Softwarekonzern Microsoft. Bis 2030 hat sich Microsoft vorgenommen, CO2-negativ zu sein, also mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen, als die Firma verursacht. Bis 2050 soll der gesamte Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernt werden, den Microsoft seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch seinen Stromverbrauch emittiert hat. Und Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen mit einer eigenen Klimainitiative.
  • Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock Larry Fink nimmt die Klimarisiken als Anlass zu einer grundlegenden Neubewertung von Risiken und Vermögenswerten. Blackrock will Anlegern nachhaltige und klimabewusste Portfolios mit attraktiveren risikobereinigten Renditen ermöglichen. Nachhaltigkeit wird damit für Blackrock zu einem wichtigen Kriterium der Portfoliokonstruktion. Trennen will sich das Unternehmen von Anlagen, die ein Nachhaltigkeitsrisiko darstellen, wie z.B. Wertpapiere von Kohleproduzenten.

In meiner Beratungstätigkeit zeigt sich: Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit ökologischen oder sozialen Themen und fragen daher auch nach verantwortungsvollen Finanzprodukten und Anbietern für ihre Vermögensbildung. Das stimmt mich sehr positiv und ich habe in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Möglichkeiten für meine Kunden identifiziert. Zu Beginn der Entwicklung einer grünen Geldstrategie steht immer die Orientierung, denn wir haben Optionen:

  • Wir können nachhaltige Konsumentscheidungen fällen und uns, im Kleinen wie im Großen, umweltbewusst verhalten – und dadurch Geld sparen. Viele Minischritte führen auch zum Ziel – und machen glücklich. Kennen Sie dieses wunderbare Gefühl, mit dem Fahrrad zum Wochenmarkt zu fahren und dort Produkte aus der Region zu kaufen? Oder kleine Mikroabenteuer zu erleben und einfach die Umgebung zu erkunden – ohne stundenlang mit dem Auto in die Ferne zu schweifen? Oder nicht nur CO2 durch kluges Verhalten einzusparen, sondern dadurch auch noch die Strom- oder Heizölrechnung zu reduzieren?
  • Wir können eine nachhaltige Bank für die Abwicklung unserer Geldgeschäfte wählen.
  • Wir können Geld nachhaltig investieren und es anlegen.

Doch vorher müssen Sie einen wichtigen Schritt gehen:

Legen Sie für sich fest, was Sie unter „Gewinn“ verstehen!

Letztendlich hat Ihre individuelle Geldstrategie damit zu tun, was Sie als Gewinn für sich definieren: Ist es nur ein schnelles, dickes Plus auf dem Konto oder ist es auch das gute Gefühl, enkeltaugliche Entscheidungen für Ihr Geld getroffen zu haben?

Überlegen Sie:

  • Welche ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien liegen Ihnen am Herzen?
  • Möchten Sie z.B. Unternehmen unterstützen, die in erneuerbare Energien wie Wind-, Wasser- und Solarenergie, in E-Mobilität, Bildung, Gesundheit oder Pflege investieren?
  • Sollen Produkte frei von Tierversuchen sein oder ohne Atomenergie hergestellt werden?
  • Weitere Ausschlusskriterien sind z.B. Kinderarbeit, Rüstung, Korruption, Unternehmen aus den Branchen Glücksspiel oder Pornografie, der Einsatz fossiler Energieträger oder von Gentechnik sowie industrielle Tierhaltung bzw. Nahrungsmittelproduktion.

Was wünschen Sie sich? Wichtig ist, dass Sie sich überlegen, welche Werte Sie leben wollen, denn dann können Sie gezielt aussuchen, bei wem Sie Ihr Geld wie anlegen. Wenn ich mit meinen Kundinnen und Kunden an ihrem Portfolio arbeite, empfehle ich ihnen stets, sich zu Beginn auf eine kleinere Zahl von Kriterien zu beschränken, dann ist es leichter, sich gut zu informieren.

Die ökologische Wirkung von Geld

Manche Anleger möchten direkt in Firmen mit umweltfreundlichen oder ethischen Standards investieren. Diese Initiativen setzen sich z.B. den verbesserten Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung oder sauberem Wasser zum Ziel, wollen erneuerbare Energiequellen erschließen, Müll vermeiden oder Projekte wie Wind- oder Solarparks oder zur Aufforstung von Wäldern auf die Beine stellen.

Geld nachhaltig investieren und anlegen

Einige Banken bieten bereits nachhaltige Anlageprodukte an, zum Beispiel gemangte oder Indexfonds (ETF). Oft verzeichnen sie eine geringere Rendite gegenüber herkömmlichen Fonds oder ETFs. Momentan fehlen aber einheitliche Standards für den Begriff der Nachhaltigkeit und jeder definiert die Kriterien auf seine Weise. Einige Banken orientieren sich an den Nachhaltigkeitskriterien der Vereinten Nationen und setzen auf Armutsbekämpfung, Gleichberechtigung sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Doch wenn Autohersteller an E-Mobilität arbeiten, kann das schon reichen, um in einen nachhaltigen Fonds zu gelangen, und für viele Umweltinteressierte ist das ein No-Go. Andere arbeiten mit einem „Best-in-Class-Ansatz“. Demnach werden Unternehmen in Fonds aufgenommen, wenn sie in ihrer Branche zu den fortschrittlichsten in Sachen Nachhaltigkeit gehören. Doch auch hier kann das zur Folge haben, dass sich Ölförderer oder Kohleproduzenten in die Fonds einreihen. Mein Tipp: Lassen Sie sich beraten.

Ich merke in meinen Kundengesprächen immer wieder, dass Menschen bestimmte Herzensthemen in Sachen Nachhaltigkeit haben. Meine grüne Geldstrategie: In vielen Fällen mischen wir diese mit herkömmlichen, renditestärkeren Anlageformen. Egal wie – im Gespräch finden wir immer die Lösung, die für Ihren Lebensweg, Ihre Werte und Ihre Ansprüche passt.

Ob Sie nun Bäume pflanzen, Plastik sparen, mit Greta demonstrieren gehen oder in nachhaltige Fonds investieren – Sie können einen Beitrag leisten! Und dabei einen Gewinn mit besonderem Wert erzielen.