Mein Gast beim Goldenen Abend im Mai 2025 wird die Unternehmerin Pepe Radenkovic sein. Sie ist die Gründerin der Marke elfenklang und ich habe sie bereits im Jahr 2020 schon einmal zum „Geldbeuteltrick“ in diesem Blog interviewt. In diesem Interview gibt sie uns einen persönlichen Einblick in ihre Erfolgsgeschichte. Sie teilt, was sie antreibt, welche Rückschläge sie meistern musste und wie sie andere Frauen dazu inspirieren möchte, ihre Träume mit dem richtigen Mindset und solider Vorbereitung zu verwirklichen.
Die Welt einer Unternehmerin gleicht einer einzigartigen Reise voller Herausforderungen, mutiger Entscheidungen und besonderer Momente des Erfolgs. Eine solche Geschichte erzählt die Gründerin der Marke elfenklang, Pepe Radenkovic, deren Leder-Manufaktur für ihre hochwertigen, handgefertigten Geldbeutel, Planer und Handtaschen bekannt ist. Mit einer klaren Vision von Nachhaltigkeit und Handwerkskunst hat sie einen Weg eingeschlagen, der nicht nur Design und Qualität, sondern auch Verantwortung und Liebe zum Detail vereint.
Doch der Aufbau eines eigenen Unternehmens bringt nicht nur kreative Höhenflüge, sondern auch unerwartete Hürden mit sich. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten kämpfen Manufakturen mit steigenden Produktionskosten, wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und der Konkurrenz in einer globalisierten Welt. Viele Selbstständige geben innerhalb der ersten drei Jahre auf – häufig aufgrund finanzieller Engpässe oder mangelnder Work-Life-Balance. Das zeigt, wie wichtig Weitsicht, Planung und Resilienz für Unternehmerinnen und Unternehmer sind.
Die Erfolgsgeschichte einer Manufaktur – Selbständigkeit als Thema beim Goldenen Abend
Dass Pepe Radenkovic meine Interviewpartnerin beim 17. Goldenen Abend am 15. Mai 2025 in München-Neubiberg sein wird, freut mich besonders. Weil wir ja dabei immer über Geld reden, passt es hervorragend, dass sie uns einige der Geldbeutel-Modelle, die in ihrer Manufaktur hergestellt werden, zeigen wird. Ich habe sie einmal vor einigen Jahren in ihrer Manufaktur besucht und war völlig fasziniert von den hochwertigen Materialien, den außergewöhnlichen Design-Ideen und der Vielfalt der Farben, mit denen sie arbeitet. Und natürlich werden wir beim Goldenen Abend über das Thema Geld in der Selbständigkeit sprechen. Vorab habe ich mich schonmal über ihre Reise von der Gründerin zur Unternehmerin unterhalten:

Anne Kitzmann: „Liebe Pepe, was hat Dich inspiriert, die Marke elfenklang und Deine Leder-Manufaktur zu gründen?“
Pepe Radenkovic: „Das war ein schleichender Prozess. Nachdem ich meine Laufbahn als Anwältin beendet hatte, kam ich wieder vermehrt dazu, kreativ zu sein und fand bald Gefallen am sogenannten Strickfilzen. So habe ich dann Taschen gestrickt und im Freundeskreis verkauft. Über die Taschenhenkel aus Leder bin ich nach und nach in die Lederverarbeitung eingestiegen und als mir jemand die damalige Handmade-Plattform DAWANDA vorschlug, habe ich es einfach ausprobiert, meine Taschen und ersten Geldbeutel aus Leder online zu verkaufen. Bis zum ersten Verkauf waren es, glaube ich, keine zehn Minuten!
Durch diesen guten Start habe ich dann natürlich schnell eine Marke angemeldet und nach wenigen Wochen einen eigenen Online Shop programmiert.
Ich wollte eigentlich schon immer IN der Mode arbeiten und nicht FÜR die Mode, was ich als Anwältin maximal erreichen konnte.“

Anne Kitzmann: „Welche Herausforderungen hast Du beim Aufbau Deines Unternehmens gemeistert, und wie bist Du damit umgegangen?“
Pepe Radenkovic: „Was hätte ich damals für einen Mentor gegeben! Ich hatte gar keine Ahnung, wie man eine Online-Marke aufbaut und welche Steps nacheinander folgen bzw. wo wann der Fokus liegen sollte. Ich hatte nur die Freude an meiner Arbeit und meinen gesunden Menschenverstand. Und wenig Zeit.
Meine To-Do-Liste war eine Tapetenrolle! Man muss sich um alles sofort und das alleine kümmern und entscheiden, was man zuerst macht. Dabei Einnahmen und Ausgaben im Auge behalten und Zeit für das Kreieren neuer Produkte freischaufeln. Nebenbei bis spät abends Videokurse für verschiedene Aufgabenbereiche von Buchhaltung bis zur Produktfotografie und Photoshop machen. Geldbörsen fertigen und versenden. Es war ein Hamsterrad.
Aber abgesehen von meinen persönlichen Schwierigkeiten kamen auch noch äußere Faktoren dazu, die ich nicht beeinflussen konnte, die aber einen enormen Impact auf unsere kleine Manufaktur hatten: zuerst Corona, dann der Ukrainekrieg, die explodierenden Energiekosten, die Inflation, weitere Kriege und insgesamt eine Verunsicherung unserer westlichen Wohlstandgesellschaft, wie es wohl weitergeht. Zuletzt in der vorgezogenen Wahl einer neuen Regierung.
Für eine Ledermanufaktur wie die unsere waren das schon sehr herausfordernde Zeiten, um nicht Insolvenz anmelden zu müssen, wie so viele andere kleine Unternehmen.
Man muss in solchen Situationen einfach aktiv neue Wege einschlagen und etwas ausprobieren, sei es in der Produktion oder im Vertrieb. Und dank einer tollen Bestandskundschaft irgendwie die Nase über Wasser halten. Es gab schon schwere Momente in den letzten Jahren. Und einige schlaflose Nächte.
Was uns immer schwerfällt, ist die Preisgestaltung. Man denkt einfach immer zu klein.

Wir haben viel zu günstig bei Dawanda angefangen. Mir war damals gar nicht klar, dass bald die Mehrwertsteuer draufzurechnen sein wird, eine Miete für eine Werkstatt dazukommen wird, diverse Maschinen anzuschaffen sein werden und Personalkosten auch eingerechnet werden müssen.
Zuletzt war klar, dass alle Kosten stark gestiegen sind und wir auch unsere Preise wieder anheben müssen. Wir müssen ja auch wirtschaftlich arbeiten. Es ist immer ein schmaler Grat zwischen zu niedrig und zu hoch – zumal Interessenten einfach immer die Preise einer Manufaktur mit denen von Massenware vergleichen. Das kann man aber nicht. Doch in den Köpfen ist ein Geldbeutel einfach ein Geldbeutel.
Vielleicht kann man es sich so vorstellen: Man erwartet ja auch nicht, dass ein Tisch von einem Schreiner denselben Preis hat wie ein Tisch von unserem Lieblingsschweden?
Nichts anderes ist es bei unserem Handwerk der Feintäschnerei auch. Unsere Kunden wissen und schätzen das und ich versuche auch immer wieder, durch Videos bei Instagram über unsere tägliche Arbeit zu veranschaulichen, wie viele Arbeitsschritte und Handgriffe notwendig sind, bis ein Geldbeutel oder eine Tasche fertig sind und worauf es dabei ankommt. Da gab es schon sehr erstaunte Kommentare und Emojis. Zuletzt bei einem simplen Kartenetui, wo der Teufel im Detail steckt und nicht einfach nur drei Vierecke miteinander vernäht werden.
Aber frag mal, wie oft wir in den sozialen Medien schon beschimpft oder beleidigt wurden! Da kannst du nur noch mit dem Kopf schütteln.“

Anne Kitzmann: „Was waren für Dich die wichtigsten Faktoren für den Erfolg Deiner Marke?“
Pepe Radenkovic: „Ich glaube, ich habe einen Zeitgeist mit meinen Geldbeuteln getroffen. Sie sind und waren unsere Besteller.
Als ich begriff, dass ich das alles nicht mehr alleine schaffen kann, holte ich mir Hilfe. Mein Mann stieg mit in die Firma ein und wir haben mit einer kleinen Produktion in Florenz eine Zusammenarbeit begonnen. So konnten wir endlich die Stückzahlen unserer Produkte so weit erhöhen, dass nicht ständig eine Produktknappheit herrschte. Aber eine Fremdproduktion hat auch ihre Schattenseiten und als uns die Corona-Pandemie erwischte, trennten wir uns von unseren Italienern.
Sich immer wieder neu zu erfinden, ist ein weiterer Grundstein unseres Erfolgs. Die Komfortzone zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren, etwas zu riskieren und Prozesse neu zu denken. Und neue Produkte dem Portfolio hinzuzufügen, die dazu passen.
Oder auch den Online-Shop in ein neues Shopsystem zu überführen, das einfach auf der Höhe der heutigen Technik ist. Das haben wir gerade erst abgeschlossen und man glaubt nicht, was das ausmacht. Im täglichen Workflow wie auch in der Conversion Rate!“

Anne Kitzmann: „Was würdest Du anderen Frauen raten, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen?“
Pepe Radenkovic: „Groß zu denken. Seinen Wert von Anfang an zu kennen und auch so zu kommunizieren. An sich selbst zu glauben ist ganz wichtig.
Schwierigkeiten zu analysieren und zu überwinden. Sie werden immer wieder kommen.
Fleißig zu sein und einen Biss zu haben, es schaffen zu wollen. Dafür auch mal Freizeit oder Urlaub sausen zu lassen. Und den gesunden Menschverstand einzusetzen.
Sich Hilfe zu holen oder Arbeitsbereiche abzugeben, wo es geht.
Niemanden zu kopieren, sondern seinen eigenen zu Weg gehen. In seinem eigenen Tempo, aber immer nach vorne zu gehen.“
Anne Kitzmann: „Welche Pläne hast Du für die Zukunft von elfenklang, und was treibt Dich dabei an?“
Pepe Radenkovic: „Wir haben noch so viel Neues vor, aber eins nach dem anderen. Es dauert einfach eine Zeit, bis etwas Neues entstehen kann. Wenn ich tolles, neues Leder sehe, werde ich sofort aktiviert und muss an die Nähmaschine. Dabei dreht sich eigentlich immer alles um unsere Geldbeutel herum. Ich liebe es, sie aus den dunklen Innenfuttern unserer Handtaschen zu befreien und selbst als Tasche zu etablieren.
Wir möchten gerne unsere Marke noch bekannter machen und unsere Produkte vielleicht irgendwann auch offline zu verkaufen.
Und es ist einfach immer eine Freude, wenn du von Kunden Fotos oder Feedback bekommst, dass sie unseren Geldbeutel schon über 10 Jahre in Gebrauch haben und sie ihn immer noch lieben. Und kein anderer für sie in Frage kommt.
Das treibt mich schon am. Etwas von Wert zu schaffen und in der Welt zu hinterlassen.“
Anne Kitzmann: „Liebe Pepe, vielen herzlichen Dank für das Gespräch! Ich freue mich auf die Fortsetzung am 15. Mai 2025 beim Goldenen Abend!“
Zusammenfassung: Hier sind Pepe Radenkovics fünf wichtigste Tipps für Gründerinnen und Selbständige:
- Groß denken & den eigenen Wert kennen: Setze Dir ehrgeizige Ziele und unterschätze nicht den Wert Deiner Arbeit. Von Anfang an selbstbewusst auftreten und die Qualität Deiner Produkte oder Dienstleistungen klar kommunizieren.
- An sich glauben & das richtige Mindset entwickeln: Selbstzweifel sind normal, aber Beharrlichkeit und eine positive Einstellung sind entscheidend. Lass Dich nicht entmutigen – Schwierigkeiten analysieren, überwinden und kontinuierlich nach vorne gehen.
- Strategisch planen & finanziell klug agieren: Eine solide Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Achte von Beginn an auf eine durchdachte Preisgestaltung und einen klaren Finanzplan, um wirtschaftlich nachhaltig zu arbeiten.
- Hilfe annehmen & gezielt Aufgaben delegieren: Niemand muss alles alleine schaffen. Mentoren, Experten oder Partner können wertvolle Unterstützung bieten, und das Outsourcing bestimmter Aufgaben kann Zeit und Energie für das Wesentliche freisetzen.
- Innovativ bleiben & sich stetig weiterentwickeln: Die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und sich immer wieder neu zu erfinden, ist entscheidend. Bleib flexibel, lerne aus Herausforderungen und finde kreative Lösungen für Veränderungen in Markt und Wirtschaft.
Und hier können Sie sich anmelden (oder auf die Warteliste setzen lassen):

17. Goldener Abend „Geld(beutel) & Selbständigkeit: Geschichten aus der Manufaktur elfenklang mit Pepe Radenkovic“ am 15.05.2025 um 18.30 Uhr in Neubiberg
Tauchen Sie in einen Abend voller wertvoller Einblicke in die Welt der Selbstständigkeit! Ich lade Sie herzlich zum 17. Goldenen Abend ein, bei dem die Gründerin einer erfolgreichen Manufaktur ihre Erfahrungen, Herausforderungen und persönlichen Erkenntnisse teilt. Im Interview beleuchten wir zentrale Fragen rund um das Unternehmertum und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Was Sie erwartet:
- Nachhaltigkeit als Unternehmenswert – Welche Bedeutung hat sie für die Gründerin und wie setzt sie diesen Wert in ihrer Manufaktur um?
- Die aktuelle wirtschaftliche Lage für Manufakturen – Welche Chancen und Herausforderungen gibt es?
- Momente des Glücks in der Selbstständigkeit – Welche Aspekte bereiten Freude und Erfüllung im Unternehmerinnen-Dasein?
- Unterstützung und Balance – Die Rolle des Partners in der Selbstständigkeit und der Weg zur gelungenen Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Freuen Sie sich auf inspirierende Perspektiven, persönliche Einblicke und anregende Diskussionen. Ein Abend, der nicht nur informiert, sondern auch motiviert und ermutigt. Und ein kleines vegetarisches Abendessen gibt es auch.
Wir legen Wert auf einen kleinen exklusiven Kreis an Teilnehmerinnen, deshalb gibt es nur wenige Plätze. Der Goldene Abend lebt vom inspirierenden Austausch und ich freue mich schon auf die Frauenrunde zu diesem spannenden Thema.
Wertschätzungsbeitrag: 39 Euro (inkl. MwSt.). Bitte melden Sie sich bis zum 10. Mai 2025 hier an: