Geld macht frei – Macht Geld frei?

2013-08-13 Frangipani

von Annette Moench, Transformerin und Coach

Wir hatten liebe Freude zu Besuch und während wir noch in der sommerlichen Abendsonne aßen, entwickelte sich ein sehr aufschlussreiches Gespräch zum Thema Geld. Zwischen Salat und Fisch fragte unser Freund, „findet Ihr eigentlich, dass Geld frei macht?“

Funkstille am Tisch.

„Ich meine“, setzte er nach, „dass Geld nicht glücklich macht, wissen wir ja, aber macht es uns frei? In diesen komischen Zeiten mit Finanzkrisen und Steueraffären bemerke ich einfach, dass viele Menschen noch mehr über Geld reden, manchmal etwas hilflos wirken und ganz ehrlich, ich glaube, viele haben einfach Angst, dass ohne Geld nichts geht bzw. dass sie dadurch ihren Status verlieren. Mich macht das nachdenklich.“

Mein Mann entgegnete, „ist doch toll, dass die Leute sich mit Geld beschäftigen und der eine oder andere vielleicht auch feststellt, dass die Meisten eigentlich nur damit beschäftigt sind, dem Geld hinterher zu rennen. Und beim hektischen Rennen merken sie gar nicht, dass es ihnen andauernd abgenommen wird bzw. dass es auf dem Konto ständig weniger wird. Mal abgesehen von denen, wo es auf wundersame Weise immer mehr wird. Ich persönlich finde, Geld macht nicht frei. Sondern, wenn Du frei bist, kannst du Deine Freiheit mit Geld luxuriöser gestalten.“

2013-08-13 Tenerifa Blüte

Unsere Freundin lachte, „interessante Sicht. Wisst ihr, ich sehe das so. Geld verschafft mir ein materiell angenehmes Leben. Ich hab eine Wohnung, ein Auto, kann in den Urlaub fahren, einkaufen gehen und mir Dinge leisten, die ich meine, noch zu brauchen. Ich betrachte Geld als eine materielle Lebensgrundlage, die wir uns geschaffen haben. Bis zu einem bestimmten Punkt macht es mich unabhängig. Geld löst mir aber nicht all meine Probleme. Und das, was für mich ganz wichtig ist in meinem Leben wie Familie, Freunde, Liebe, Gesundheit, kann ich halt einfach nicht kaufen.

Ihr Freund erwiderte, „aber es macht Dich auch abhängig. Denn Du musst Dich ja ständig damit beschäftigen – ranschaffen, anlegen, ausgeben. Also mich macht Geld nicht frei.“

„Ja, es macht auch abhängig. Und leider habe auch ich die Tendenz immer mehr Geld haben zu wollen aus Angst davor, dass es irgendwann nicht mehr reichen könnte. Das ist sozusagen der Fluch des Geldes“, sagte sie. „Aber ich bin kein Rendite-Junkie und kein Zocker, sondern ich schau mir meine Lebensgrundlagen an und checke, was ich zukünftig machen möchte und dann überlege ich mir, wie ich mit meinem Geld umgehe und wie ich es anlege.“

Ich nippte an meinem Glas Wein und sagte, „ganz ehrlich, früher habe ich immer behauptet, ich bin frei, wenn ich mir ein Flugticket überall hin kaufen kann.“

„Na, was für eine tolle Illusion“, rief unser Freund.

„Stimmt“, erwiderte ich. „Aber für einige Jahre meines Lebens war das halt meine Einstellung, denn Fliegen ist für mich ein Sinnbild für Freiheit. Heute sehe ich das anders. Fliegen will ich immer noch, aber Geld betrachte ich als einen Teil eines „WerteAusgleichsSystems“. Dieses System ist in unserer Gesellschaft Ausdruck für Kaufkraft von materiellen Gütern oder Ausdruck eines bestimmten Lebensstils. Es suggeriert eine bestimmte Art von Sicherheit, Zugehörigkeit und Bedürfnisbefriedigung. Frei bin ich durch Geld nicht, aber ich kann mir eine bestimmte Unabhängigkeit kaufen und das wird halt häufig als Freiheit verstanden.“

„Macht Geld dann unfrei?“, wollte unsere Freundin wissen.

„Was ist dann überhaupt Freiheit?“, setzte unser Freund nach.

„Na, über diese Frage, gibt es ja ganze Abhandlungen, Romane und Filme – eine spannende Frage, Irrtum vorbehalten; eine Gewähr die schon immer die Menschen beschäftigt hat“, sagte mein Mann. „Da werden wir wohl grad nicht den Stein der Weisen hier erfinden. Aber ich glaube, Freiheit hat nur mit Dir selbst zu tun und ist ein subjektives Gefühl, das sich in Deiner Lebenseinstellung und damit in Deinem täglichen Leben, Denken und Tun zeigt.“

Ich ergänzte, „Freiheit ist für mich ein Zustand des Seins (SeinsZustand). Wirkliche Freiheit kann jeder nur in sich selbst entdecken und sie ist unabhängig von äußeren Umständen. Wenn wir uns frei fühlen, sagen wir: Ich bin frei. Wenn wir sagen, ich habe frei, dann meinen wir etwas anderes. Hier sieht man deutlich den Unterschied zu materiellen, also sichtbaren Zuständen: Wir sagen, ich habe Geld. Aber ich hab noch keinen sagen hören: Ich bin Geld.“

Unser Freund lachte laut, „das merke ich mir, das werde ich mal sagen und schauen wie die Leute reagieren: „Ich bin Geld und habe frei!““

Mein Mann servierte den Nachtisch, „also Ihr Lieben, was ist jetzt die Essenz mit dem Geld und der Freiheit?“

2013-08-13 Buddha

Ich holte Luft, „es ist ganz einfach:

Frei bist Du, wenn Du wirklich bei Dir selbst bist. Dafür übernimmst du vollständig die Verantwortung für Dein Leben und Du lernst Dich bedingungslos selbst zu lieben. Selbstliebe und Eigenverantwortung, das sind die Grundlagen. Wenn Du das kannst, dann können nichts und niemand Dich beherrschen und auch Du willst nichts und niemanden mehr beherrschen – anders gesagt, die Egotrips und das „MangelBewusstSein“ sind durch. Kleiner Hinweis, einige großartige Menschen haben das in Gefangenschaft gelernt und dort zu sich selbst gefunden. Jeder kann das Lernen ohne die Schleife über das Gefängnis zu ziehen.

So und Geld ist was Tolles, womit ich meine Freiheit ausgestalten kann – zu meinem Wohl und zum Wohl der anderen. Wenn ich Eigenverantwortung übernehmen, handle ich automatisch verantwortlich. Dann beschäftige ich mich mit Geld, denn es ist halt noch ein wesentlicher Eckpfeiler der menschlichen Gesellschaft.

Und das allerbeste – jeder von uns hat es selbst in der Hand, sein Leben ganz individuell frei und genussvoll zu gestalten. Erprobte Wege, gibt es genug.“

„Lasst uns anstoßen“, sagte unsere Freundin, „ich habe ein paar gute Impulse erhalten und werde mich mal auf die Suche nach meiner Freiheit im Einklang mit Geld machen.“

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