Finanzwerte und Lebenswerte: Fünf Fragen an Lore Junginger

Lore Junginger

Sie ist ein Profi im Aufbereiten von Zahlen und Werten: Lore Junginger unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, stets einen genauen Überblick über die Kennzahlen des Unternehmens zu behalten. Sie ist internationale Bilanzbuchhalterin und kennt sich aus, wenn es um die Wirtschaftlichkeit von unternehmerischem Handeln und um das Identifizieren von Stärken sowie Potenzialen von Unternehmen geht. Wie sehen die ganz persönlichen Geldideen und –erfahrungen von Lore Junginger aus?

Wann hatten Sie zum ersten Mal im Leben eigenes Geld?
Lore Junginger: „Genau weiß ich das nicht mehr: Ende Kindergartenzeit oder Anfang Grundschulzeit. Das Geld kam ins Sparschwein und am Weltspartag ging es zur Bank, um das Gesparte ins eigene Sparkonto einzuzahlen. Die Bank hatte einen niedrigeren Schalter für uns Kinder. Wir kamen uns alle sehr erwachsen und groß vor.
Es gab einerseits Geschenke; und es gab ab meinem vierzehnten Lebensjahr eine Entlohnung für die Mitarbeit im elterlichen Betrieb. Ich hatte also schon sehr früh mein eigenes Gehaltskonto. Rückblickend habe ich gelernt, dass mein Tun einen Wert hat. Es war die Zeit der Hochzinsphase; ich habe gelernt, dass Geld für mich arbeiten kann.“

Beschäftigen Sie sich gerne mit Geld?
Lore Junginger: „Als Bilanzbuchhalterin beschäftige ich mich beruflich mit Finanzwerten. Dies prägt meine neutrale Haltung zu Geld.
Ein Kunde hatte mich mal gebeten, für seine MitarbeiterInnen einen Workshop ‚Auskommen mit dem Einkommen‘ zu konzipieren. Hier beleuchteten wir Geld in allen seinen Dimensionen: Wie ist meine Beziehung zu Geld? Welche Emotionen assoziiere ich mit Geld? In welchen zeitlichen Bögen erlebe ich Geld?
Mein Leben – mein Geld‘ halte ich für einen sehr wichtigen Workshop. Sehr häufig besteht bei Frauen eine hohe Hemmschwelle, sich mit Geld zu beschäftigen. Auch ‚My Finance Coach‘ halte ich für eine sehr wichtige Initiative, um Jugendliche in Sachen Finanzkompetenz fit zu machen.
Meine Buchhaltung und Finanzplanung erledige ich selbst. Alle sieben bis zehn Jahre betrachte ich meine Lebenssituation und überlege mir meine Balance zwischen Konsumieren, Investieren und Sparen.
Grundsätzlich ist mir die Frage ‚Wie‘ wichtig. Wie konsumiere ich? Macht ein eigenes Auto in München Sinn oder gibt es umweltschonende Alternativen? Muss mir jedes Buch via Kurierdienst zugestellt werden oder ist ein Buchtausch im persönlichen Literaturkreis eine Alternative? Wie investiere ich? Vernichtet meine Investition Werte oder unterstütze ich eine sinnvolle Sache? Wie spare ich? Wofür steht die Bank und wie geht diese mit meinem Geld um? Finanzierungen versuche ich so oft es geht zu vermeiden. Auf etwas zu sparen ist mit Vorfreude verbunden; Kredite zurückzahlen ist immer teurer.“

Welchen Geldtipp würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Lore Junginger: „Geld ist nicht gut oder schlecht. Es kommt darauf an, was wir damit machen. Es ist nur das Tauschmittel auf dem unsere Wirtschaft basiert. Geld gibt Gestaltungsmacht. Im eigenen Leben, aber auch im großen Ganzen. Diese Freiheit und Wirksamkeit ist es wert, sich mit dem Thema offen und neugierig auseinanderzusetzen. Fangt so früh wie möglich damit an!“

Wenn Sie viel Geld hätten, was würden Sie damit machen?
Lore Junginger: „Das Gleiche, was ich mit wenig Geld mache: es sinnvoll einsetzen: z.B. in der Unterstützung von Initiativen im Bereich Bildung von Kleinkindern oder die Unterstützung der Faszienforschung von Dr. Robert Schleip an der Universität in Ulm. Ich sehe die Zukunft in der dezentralen Energiegewinnung, leider ist das Problem der Energiespeicherung noch nicht gelöst. Ich würde in Startups im Bereich Energiespeicherung investieren.
Eine meiner persönlichen Energiequellen ist der Besuch von klassischen Konzerten. Ich würde mir eine Klassik-Flat-Rate bei den Münchner Philharmonikern für zwei Personen besorgen.“

Verwirklichen Sie Ihre Wünsche und Träume mit Hilfe von Geld?
Lore Junginger: „Als Schwäbin wohnt man im Eigentum. Das ist ein Wunsch, den ich mir auf materieller Basis erfülle.
Geld macht das Leben leichter und gibt Wahlmöglichkeiten. Gesundheit, Liebe, Freundschaft… all das lässt sich mit Geld nicht kaufen. Daher: es ist wichtig, sich mit dem Thema Geld zu beschäftigen, man bzw. frau sollte sich jedoch nie von Geld abhängig machen. Sobald die Lebensexistenz gesichert ist, ist weniger manchmal mehr.“

Vielen Dank!

Übrigens: Alle Informationen über den Workshop „Mein Leben, mein Geld“ finden Sie hier. Sind Sie dabei? Montag ist Stichtag: Wer sich noch bis zum 31. März 2014 anmeldet, kann den attraktiven Frühbuchertarif nutzen!

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