Geld und Beziehung: Wie wir Liebe, Familie und Zusammenleben in Zukunft gestalten können

Noch nie hat es so viele Wahlmöglichkeiten rund um Ehe und Beziehung gegeben. Mit neuen Optionen kommen aber auch Herausforderungen, z.B. wenn es um das Geld, die Versorgung von Kindern oder um die Altersvorsorge geht. Daher müssen wir uns Gedanken machen: Was will ich? Was ist gut für uns als Paar, Familie? Wie regeln wir die Finanzen? In Vorbereitung auf den Goldenen Abend am 21.07.2022 zum Thema „Amor, Justitia & Moneta“ mit der Familienanwältin Kerstin Förtsch habe ich für Sie in die Beziehungs-Glaskugel geschaut:

Lange vorbei ist die Zeit, in der unser Leben so ablief:

Schule, Beruf, Heiraten, Kinderkriegen – und sie lebten glücklich bis an ihr Ende!

Das Leben meiner Eltern orientiert sich an diesem Muster. Auch ich habe diesen einen Mann, mit dem ich mein ganzes Leben verbringen möchte.

Lesen Sie dazu: GELD IN DER BEZIEHUNG: HAPPY END FÜR DIE LIEBE UND DIE FINANZEN

Doch bereits in meiner Generation bilden wir die Ausnahmen zu diesem linearen Lebensmodell. In meiner „Glaskugel“ habe ich vier Zukunftstrends gefunden, die uns neue Chancen in der Lebensgestaltung liefern:

1. Veränderte Familienstrukturen: Das Modell „alleinerziehend“ ist an der Tagesordnung: Laut dem Statistischen Bundesamt waren rund 2,09 Millionen Mütter und etwa 435.000 Väter im Jahr 2020 alleinerziehend in Deutschland. Und circa 7 bis 13 Prozent der deutschen Familien leben als Patchworkfamilie zusammen. Davon gibt es zahlreiche Varianten: Eine Mutter bringt ihre Kinder mit in die neue Beziehung. Ein Vater bringt seine Kinder mit in die neue Beziehung. Die Kinder von beiden Elternteilen leben in einer Familie. Die Kinder aus einer früheren Beziehung leben bei dem Ex-Partner und kommen am Wochenende zu Besuch. Oder es gibt neben den Kindern aus vorausgegangenen Beziehungen weitere gemeinsame Kinder aus der aktuellen Beziehung. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den unterhaltsamen Hollywood-Film „Deine, meine, unsere“, in dem das Modell der Patchwork-Familie 1968 von Lucille Ball und Henry Fonda eindrucksvoll mit 10 plus 8 Kindern vorgestellt wurde?

2. Serielle Monogamie: War es früher ein Partner für ein ganzes Leben, so wird heute durchaus öfter geheiratet. Und das, obwohl 66 Prozent aller Deutschen an die „Liebe fürs Leben“ glauben (Stand: 2011, Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach). Die Anzahl der Ehescheidungen in Deutschland belief sich 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 143.801. Im Jahr 2020 betrug die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung rund 14,7 Jahre. Auch wenn die Scheidungsrate im Vergleich seit 2011 leicht zurückgegangen ist, ist sie in den letzten 50 Jahren stark angestiegen. In den 1950er Jahren kam auf rund 12 Eheschließungen eine Scheidung. Im Zeitraum von 2011 bis 2020 waren es nur noch 2,45 Hochzeiten pro aufgelöste Ehe.

3. Alternative Partnerschaftsmodelle: Der 35-jährige Japaner Akihiko Kondo ist beispielsweise mit dem Hologramm der beliebten Mangafigur Miku Hatsune den Bund der Ehe eingegangen. Er lebt in Japan mit einem 2.800 Euro teuren virtuellen Abbild des Manga-Mädchens zusammen. Für die Eheschließung wurde eine Puppe aus Stoff verwendet. Wie die „Huffington Post“ berichtet, scheint das in Japan nichts Ungewöhnliches zu sein, denn die Mangafigur ist per Zertifikat wohl mit mehr als 3.000 anderen Männern vermählt.

Es gibt viele Varianten für Partnerschaft, Liebe und Beziehung:

  • Wir können mit und ohne Trauschein zusammenleben.
  • Wir müssen nicht mal zusammenleben, um eine Beziehung zu führen: Es gibt jetzt auch virtuelle, sog. „Cyber“-Beziehungen.
  • Wir können nicht nur als Frauen Frauen oder als Männer Männer heiraten, sondern sind in der Lage, aus bis zu 60 verschiedenen Geschlechtsidentitäten auszuwählen.

Sie sehen: Neue Möglichkeiten, neue Kombinationen, neue Partnerschaften – und damit neuer Klärungsbedarf!

4. Megatrend Gender Shift: Was Frau zu tun und zu lassen hat, welche Rollen Männer zu spielen haben – viele tradierte Normen und Konventionen aus der Nachkriegszeit sind heute nicht mehr gültig. Das Zukunftsinstitut schreibt: „Veränderte Rollenmuster und aufbrechende Geschlechterstereotype sorgen für einen radikalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer neuen Kultur des Pluralismus.“

Mit den neuen Rollenbildern kommen vielfältige Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen in die Beziehungen: Gewünschte (Un-)Abhängigkeiten, die Beteiligung an der Kindererziehung, unterschiedliche Lebensstile, Werte und Lebenserfahrungen, verändertes Statusdenken, Konsumgewohnheiten, Anforderungen des Erwerbslebens in der VUCA-Welt – puh! Ganz schön viel, was da definiert, verhandelt und auf einen Nenner gebracht werden soll, nachdem der erste Hormonrausch verflogen ist, nicht wahr?

Lesen Sie dazu auch: GELD, LIEBE & PARTNERSCHAFT IN BESONDEREN ZEITEN – INTERVIEW MIT SABINE KISTLER

Mit den vielen neuen Chancen des Zusammenlebens und Varianten der Liebe kommen auch neue Pflichten: Wir müssen uns viel mehr überlegen! Wir dürfen nicht nur den richtigen Partner finden, sondern die Beziehung auf unsere Weise erfinden. Manchmal ist das ganz schön schwer, vor allem, wenn die Eltern keine guten Vorbilder für erfüllte Beziehungen waren. Und in Zeiten des raschen Wandels und weltweiter Krisen müssen wir flexibel, experimentierfreudig und neugierig bleiben.

In einer Beziehung müssen wir vieles klären, nicht nur die Finanzen!

  • Zusammenziehen oder nicht? Fernbeziehung, Leben in der WG oder in einer Kommune?
  • Monogamie, Polyamorie oder serielle Lebensabschnittsgefährten?
  • Kinder oder nicht?
  • Trauschein und Ehegattensplitting oder Lebensgemeinschaft?
  • Was passiert bei einer Trennung? Wie machen wir das mit den Kindern? Wer bekommt den Hund?

Und je nach Lebensalter müssen wir auch über die Themen Alter, Rente und Vorsorge sprechen:

  • Wie sichern wir uns ab?
  • Was passiert mit dem Erbe?

Sie sehen, im Vergleich zu meinen Eltern haben alle nachfolgenden Generationen eine unendlich viel größere Zahl an Optionen, wenn es um die Gestaltung ihrer Liebesbeziehung geht. Jedes Paar geht anders damit um, eine gemeinsame Zukunft und die passenden Finanzen zu planen.

Vielleicht geht es Ihnen auch so? Manchmal ist das gar nicht leicht, alle Wahlmöglichkeiten zu kennen, Kompromisse zu finden und moderne Lebensweisen auf die teilweise antiquierte Gesetzgebung anzupassen.

Deshalb habe ich diesen 10. Goldenen Abend „Amor, Justitia & Moneta“ für Sie ins Leben gerufen: Damit Sie Ihre Fragen stellen und Ihre wunderbare Beziehung auf einen zukunftsorientierten Weg bringen können. Hier finden Sie alle Informationen. Ich würde mich sehr freuen, Sie bei diesem Abend persönlich begrüßen zu dürfen!

Goldener Abend Amor, Justitia & Moneta Anne Kitzmann Kerstin Förtsch

10. Goldener Abend „Amor, Justitia & Moneta“ am 21.07.2022 um 18.30 Uhr mit Kerstin Förtsch und Annegret Kitzmann-Schubert in Neubiberg bei München

Im Mittelpunkt dieses Goldenen Abends steht das Thema Geld und Beziehung und wir wollen uns mit Ihnen darüber austauschen, wie wir Liebe, Familie und Zusammenleben in Zukunft gestalten können. Mein Interview-Gast ist die Rechtsanwältin Kerstin Förtsch. Sie ist Fachanwältin für Familienrecht sowie für Bank- und Kapitalmarktrecht in München. Gemeinsam beantworten Kerstin Förtsch und ich Ihre Fragen rund um die zukunftsorientierte Gestaltung von Beziehungen und wir berichten von typischen Herausforderungen, vor denen Paare heute stehen.

Wir legen Wert auf einen kleinen exklusiven Kreis an Teilnehmerinnen, deshalb gibt es nur wenige Plätze. Der Goldene Abend lebt vom wunderbaren Austausch und ich freue mich schon auf die Frauenrunde zu diesem spannenden Thema.

Wertschätzungsbeitrag: 35 Euro (inkl. MwSt.). Bitte melden Sie sich über Eveeno unter diesem Link für den Goldenen Abend an: